Wir veröffentlichen hier die Sendung „Unser Sonntag“, die unsere Direktorin für Kommunikation, Dr. Claudia Kaminski, im April mit Prof. Dr. Katharina Westerhorstmann für unseren Partnersender Radio Vatikan produziert.
Prof. Dr. Katharina Westerhorstmann
Mein Herr und mein Gott
Das betende Lesen der Heiligen Schrift: lectio divina

Licht für schwierige Entscheidungen
Wenn dieses Wort auf ein hörendes Herz trifft, ist Begegnung mit dem Auferstandenen, dem lebendigen Gott in seinem Wort möglich, die das Leben verändern kann. Denn das Wort Gottes hat in sich die Kraft, das Leben der Menschen zu verwandeln, weil Jesus in seinem Wort selbst gegenwärtig ist. Im Buch der Offenbarung spricht Jesus: „Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und Mahl mit ihm halten und er mit mir.“
Er ist tatsächlich und real mit uns, wird ein Teil von uns
Jesu Hände und Füße bezeugen: Er war am Kreuz
Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst.
Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.“ Und noch einmal heißt es: „Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.“
Die verwundeten Hände und Füße Jesu bestätigen es den Jüngern einwandfrei, dass Er es wirklich ist. Er ist derselbe, den sie vorher kannten, der am Kreuz litt und starb, über den der Hauptmann sagte: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“. (Mk 15,38) Er ist nun nicht mehr im Grab, sondern er lebt. Für Thomas wurden die durchbohrten Hände und Füße zum Schlüssel der Erkenntnis, dass vor ihm nicht nur ein Mensch steht, der gelitten hat, sondern dass Gott selbst sich zeigt: Er berührt die Wunden Jesu und bezeugt „Mein Herr und mein Gott“. (Joh 20,28)
Den verwundeten Jesus suchen
An diesem Ostermorgen scheinen die Schwäche, die Ohnmacht und der Schmerz des Kreuzes überwunden. Aber die Hände und Füße Jesu bezeugen noch: Er war am Kreuz und ist durch alles hindurchgegangen, um uns das neue Leben zu ermöglichen. Es gibt den christlichen Glauben nicht ohne diese Wunden. Auch bei uns hinterlassen schwere Zeiten im Leben ihre Spuren. In Narben, äußeren oder inneren. Aber sie können uns zum Begegnungsort mit dem Herrn werden. Im normalen Leben ist man oft zu beschäftigt und, wenn alles gut läuft, auch zu unabhängig, um den verwundeten Jesus zu suchen, der neues Leben schenken kann. Der Autor Tomas Halik empfiehlt daher allen, die sich aktuell mit dem Glauben schwer tun oder damit, Jesus in ihrem Leben zu entdecken, sich den Armen zuzuwenden, die Begegnung mit den Verwundeten zu suchen und zu helfen. Darin lässt sich die Erfahrung machen, die Jesus versprochen hat und die eines Tages als Lackmustest unseres Christseins dienen soll: Was ihr dem Geringsten meine Brüder getan habt – und Schwestern darf man hier einfügen –, das habt ihr mir getan (Mt 25,40). In anderen, die unserer bedürfen, lässt er sich konkret begegnen.
